Basiswissen: So stellst du eine Schüttellotion her

Schüttellotionen sind wie Cremes nur ohne Emulgator, dafür sind sie genauso pflegend und sogar einfacher in der Herstellung. Wie einfach du eine Schüttellotion herstellen kannst, das zeige ich dir heute in diesem Blogbeitrag!

Basiswissen Schüttellotion

Was sind Schüttellotionen?

Wie bereits oben erwähnt sind Schüttellotionen Cremes ohne Emulgator.

Du musst dir das so vorstellen:

In einer Creme hast du einen Teil Wasser und einen Teil Öl, diese nennt man Wasserphase und Ölphase beziehungsweise Fettphase.

Und wie du bestimmt weißt, verbinden sich aber Wasser und Öl nicht miteinander – dazu ist die Zugabe eines Emulgators nötig. Dieser Hilfsstoff verbindet diese beiden Phasen, sodass daraus eine Creme wird.

Bei der Schüttellotion lässt man den Emulgator aber bewusst weg, sodass beide Phasen getrennt bleiben. Kurz vor der Verwendung schüttelst du das Fläschchen mit den beiden Phasen kräftig und dann mischen sich die beiden kurzzeitig miteinander. Gerade so lange, dass du sie verwenden kannst, danach trennen sie sich wieder.

Zusammenstellung von Schüttellotionen

Als Basisrezept für Schüttellotionen verwende ich:

  • 1 Teil Basisöl oder Ölauszug/Mazerat nach Wahl
  • 1 Teil Hydrolat oder abgekochtes Wasser, konserviert*

Für ein Fläschchen mit 100 ml verwende ich 50 ml Basisöl oder Ölauszug und 50 ml Hydrolat oder abgekochtes Wasser, welches ich konserviert* habe.

Tipp: Je nach Hautbedürfnis kannst du das Verhältnis auch leicht verändern. Während ich hier zu 50% Öl und 50% Wasser greife, kannst du bei Haut, die viel Feuchtigkeit braucht, zum Beispiel auch nur 40% Öl und dafür 60% Wasser verwenden. Oder umgekehrt, wenn du gerne mehr Öl zuführen möchtest, dann kannst du 60% Öl verwenden und 40% Wasserphase. Experimentiere hier ruhig ein bisschen, welches Verhältnis du gerne magst. – Bei mir ändert sich das auch oft nach Jahreszeit!

Als Rohstoffe für die Schüttellotionen kannst du verwenden, was immer du gerne magst.

Ich persönlich verwende als Ölphase gerne Hanfsamenöl, Mandelöl oder Ölauszüge, und als Wasserphase verwende ich eben gerne Hydrolate. Alternativ kannst du hier auch zu abgekochtem Wasser greifen.

Um die Basismischung noch zu verfeinern kannst du der Fettphase auch 5-10 Tropfen ätherischer Öle nach Wahl zugeben oder der Wasserphase 1-2 g Glycerin pflanzlich bio.

So kannst du dir deine eigenen Mischungen zusammenstellen – genau mit den Ölen und Hydrolaten, die du gerne magst.

Hier habe ich zum Beispiel eine Mischung für unreine Haut.

Konservierung

Um das Hydrolat oder das abgekochte Wasser zu Konservieren kannst du einfach einen Teil Alkohol hinzugeben. Entweder in Form einer Tinktur oder du gibst reinen Alkohol hinzu.

Zur Berechnung des Alkoholanteils empfehle ich dir den Konservierungsrechner von Olionatura:

Konservierungsrechner

Hier musst du einfach nur die Gesamte Wasserphase eingeben, darunter dann die Konzentration des verwendeten Alkhohols und dann noch die gewünschte Konzentration – 15-20% sind hier ein guter Richtwert.

Anschließend musst du nur mehr auf Konservierung berechnen gehen und schwupps, spuckt dir der Rechner aus, wie viel der Wassermenge du mit Alkohol ersetzen musst.

Anwendung einer Schüttellotion

Um die Schüttellotion perfekt nutzen zu können, füllst du sie in eine Flasche mit Sprühverschluss. Kurz vor der Verwendung schüttelst du die Mischung dann kräftig und sprühst dir 1-2 Pumpstöße in die Handfläche.

Diese Menge verreibst du dann auf deinen Handflächen und trägst es dann auf das gereinigte Gesicht auf, welches noch leicht feucht sein sollte. So zieht die Schüttellotion noch besser in die Haut ein.

Nach der Verwendung trennen sich die Phasen wieder, das heißt vor der nächsten Verwendung wieder schütteln.

Die Schüttellotion bitte dunkel und nicht zu warm lagern!

Schüttellotion
Schüttellotion für unreine Haut in einer Flasche mit Sprühverschluss

Und du?

Verwendest du schon Schüttellotionen? Oder nimmst du Cremes?

Da ich persönlich Schüttellotionen lieber mag als Cremes habe ich bereits ein Rezept für eine Schüttellotion für unreine Haut online, demnächst folgen noch Rezepte für die anderen Hauttypen!

Hinterlass mir doch einen Kommentar wie du Schüttellotionen so findest oder ob du Fragen dazu hast – ich bin gespannt!

Alles Liebe,
Julia

Bitte beachte: Die von mir zur Verfügung gestellten Informationen werden mit aller Sorgfalt zusammen getragen. Die Rezepte sind ausschließlich auf gesunder, intakter Haut anzuwenden und die Anwendung der Rezepte erfolgt auf eigene Verantwortung und Gefahr. Die vorgestellten Inhalte in Bezug auf Hautpflege, Hausmittel, ätherische Öle oder Heilkräuter ersetzen keinen Besuch beim Arzt! Bei  Schwangeren und Kindern sowie bei Vorerkrankungen vorab eine Anwendung oder Einnahme mit dem Arzt abklären.

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12 Kommentare

  1. Interessant, die „kalte“ Variante vom Creme-kochen:)
    Somit brauchen wir keine Emulgatoren.
    Hast du dein Rezept auch schon mit anderen (natürlichen) Konservierungsmittel versucht?
    Ich versuche Alkohole zu vermeiden.

  2. Danke für den Link, kannte ich noch gar nicht – vor allem, da ich die Dosierung bisher nur nach Gefühl/Herstellerangabe machte. Viele Konservierer fallen aufgrund meiner BIO-Anforderung leider raus, es sind aber einige interessante Konservierungsmittel dabei, die ich mir noch ansehen werde:)
    lg

  3. Liebe Jules, ich liebte schon die Schüttellotion, die es bei uns in einem Reformhaus gab: Arya Laya (glaube ich), das war ein feines rot und ein gold, geschüttelt toll auf meiner (trockenen) Haut (lange her). Daher wünsche ich mir jetzt eine Schüttellotion für trockene und Haut ü 60! Planst Du dazu etwas?
    Liebe Grüße von Astrid
    Danke für die tollen Fotos, die Deine Rezepte begleiten, selber geschossen?

  4. Liebe Jules,

    Danke für den tollen Blogeintrag (den ich leider viel zu spät entdeckt habe)! Ich probiere schon seit einiger Zeit verschiedene Hydrolate, Wirkstofföle und ätherische Öle auf meiner Haut aus, inspiriert von deinem Blog, und habe eine neue Idee, um meine Aknenarben und unreine Haut eventuell noch besser in den Griff zu bekommen:
    Ich würde gerne eine Schüttellotion mit Kamillenhydrolat und einem entzündungshemmenden Konzentrat (z.B. Aloe Vera 10-fach?), und mit 1% ätherischen Ölen (Teebaum + Johanniskraut) herstellen, brav konserviert mit Pentylene Glycol. Wenn das eingezogen ist, würde ich darüber ein Wirkstoffölgemisch aus Granatapfelkernöl und 20% Jojobaöl (welches ja zur oxidativen Stabilisierung benötigt wird) einmassieren.
    Ist das eine gute Idee oder geht es noch besser? Mit Kamillenhydrolat und Johanniskrautöl habe ich zumindest schon gute Erfahrungen gemacht 🙂

    Viele liebe Grüße!

    1. Hallo Karina,

      das klingt doch schon sehr fortgeschritten! 🙂

      Ich bin grundsätzlich der Meinung, das weniger oft mehr ist, meine Haut hat es mir damals super gedankt, als ich auf eine einfachere Hautpflege umgestiegen bin. 🙂

      Schüttellotion mit Kamillenhydrolat und Aloe Vera ist super beruhigend und feuchtigkeitsspendend, dazu dann Teebaum, welcher entzündungshemmend wirkt finde ich super. Johanniskraut kenne ich nur als Ölauszug, nicht als ätherisches Öl, grundsätzlich passt es aber gut in die Mischung, wobei bei Johanniskraut immer auf die Phototoxizität hingewiesen wird bzw. eine abendliche Anwendung empfohlen wird.

      Als Ölphase würde ich eventuell zu Hanfsamenöl greifen (super geeeignet für unreine Haut, sehr pflegend), Jojobaöl passt gut dazu. Als Wirkstofföl könntest du zum Beispiel zu Calophyllumöl greifen.

      Die Konservierung mit Pentylene Glycol passt hier sehr gut, du kannst auch auf die pflanzliche Variante greifen, diese ist dann auch noch palmölfrei. (Als »Pentylenglycol, pflanzlich« oder »Pentylenglycol green« im Handel).

      Ich wünsch dir super viel Spaß bei der Herstellung deiner Schüttellotion und Hut ab, wie gut du das schon durchdacht hast! <3 <3 <3

      Alles Liebe,
      Jules

  5. Liebe Jules, ich möchte einfach mal Danke sagen, für deine hilfreichen Blogartikel und deine sympathische Art! Zu der Schüttellotion, die ich gerne bald umsetzen möchte, habe ich Fragen. Vielleicht kannst du Klarheit hineinbringen:

    1. Zieht das abgekochte Wasser oder Hydrolats durch die Mischung mit der Ölphase dann in die Haut ein und nährt sie? Denn was ist sonst der Unterschied zum Waschen des Gesichtes mit Wasser..?

    2. Wenn ich Alkohol zugeben zugebe, trocknet er die Haut dann nicht ein bisschen aus? Ich habe reife Haut und möchte sie mit der Lotion gut durchfeuchten und nähren.

    3. Welche Rolle spielt der Gesamt-PHwert der Lotion? Hast du damit Erfahrungen? Ich habe gelesen, dass man bei älterer Haut auf den PH Wert von selbstgemachten Cremes etc. achten sollte – bin aber noch neu in der Materie.

    Über eine kurze Antwort würde ich mich sehr freuen!
    Noch einmal herzlichen Dank für deine wertvollen Impulse und einen lieben Gruß!

    Silke

    1. Hallo liebe Silke,

      vielen Dank für deine Fragen!

      1.) Genau, die Schüttellotion ist wie eine Creme mit der Wasser- und der Fettphase und sie zieht in die Haut ein und pflegt und nährt sie. Wäscht du dein Gesicht mit Wasser, dann hast du zwar eine Reinigung, aber keine Pflege.
      2.) Alkohol trocknet nur in sehr hoher Konzentration aus. Um die Haut zusätzlich zu befeuchten, gebe ich bei meinen Rezepten immer etwas Glycerin oder Glycerit mit hinein.
      3.) Den pH-Wert misst du, wenn du mit Konservierungsmitteln oder Emulgatoren arbeitest, die nur in einem speziellen pH-Bereich wirksam sind. Bei der Schüttellotion ist dies vernachlässigbar. Möchtest du deine Haut optimal pflegen, kannst du den pH-Wert natürlich gerne messen und ggf. auf 5,5 anpassen. Dies ist dann „pH-Hautneutral“.

      Hilft dir das weiter?

      Alles Liebe,
      Julia