Basiswissen: Glycerite – Pflanzenwirkstoffe in Glycerin ausziehen

Kennst du Glycerit? So nennt man einen Auszug in Glycerin und diese Auszüge kannst du ganz wunderbar überall dort für deine Kosmetik einsetzen, wo normalerweise Glycerin verwendet wird. In diesem Basiswissen schauen wir uns ganz genau an, was Glycerite sind und wie du sie ganz einfach herstellst!

Glycerit selbst herstellen

Was ist ein Glycerit?

Ein Glycerit ist ein Auszug von Pflanzenwirkstoffen in Glycerin.

Dabei werden hauptsächlich die wasserlöslichen, aber auch ein paar öllösliche Wirkstoffe durch das Glycerin ausgezogen, das fertige Produkt wird Glycerit genannt.

Ein Glycerinauszug ist also, neben Ölauszügen und Tinkturen, eine weitere spannende Möglichkeit aktive Inhaltsstoffe aus Kräutern auszuziehen.

Superpower von Glyceriten

Einer der größten Vorteile der Glycerite ist es, dass du neben frischen und getrockneten Kräutern auch sehr wasserreiche Pflanzen und Lebensmittel ausziehen kannst. Das gelingt mit keiner anderen Auszugsmethode.

Ich denke hierbei an Erdbeeren, Ananas oder auch sehr schleimstoffreiche Pflanzen wie Aloe Vera, welche du sonst kaum haltbar ausziehen kannst.

Möchtest du das Thema Inhaltsstoffe & Löslichkeiten vertiefen, dann empfehle ich dir meine Masterclass „Effektive Pflanzenauszüge“, in der wir genau auf die Inhaltsstoffe, deren Wirkung sowie die Löslichkeiten eingehen.

Eine weitere Besonderheit ist es auch, dass du im Glycerit Farben unglaublich gut lösen kannst – so kannst du leuchtend rote Glycerin-Auszüge durch zum Beispiel Rote Beete oder Hibiskus erreichen.

Mit Glyceriten hast du also eine weitere, wirklich faszinierende Möglichkeit aktive Inhaltsstoffen von Pflanzen für deine Hautpflege zu gewinnen.

Glycerit mit Roter Rübe
Glycerin kann auch Farben gut lösen – wie hier die leuchtenden Farbstoffe der roten Rübe. Leider ist die Farbe nicht lichtecht, das bedeutet, du kannst damit deine Kosmetik nicht einfärben, aber du siehst deutlich, dass du die Wirkstoffe gelöst hast und diese dann natürlich in deiner Hautpflege einsetzen kannst.

So stellst du Glycerite her

Die Herstellung von Glyceriten ist absolut nicht schwer. Eigentlich ist es wie ein kalter Ölauszug.

Was du aber beachten musst, ist die Konservierung!

Selbstkonservierende Eigenschaften

Mikroorganismen, die Produkte verunreinigen und zum Beispiel zu Schimmel führen, benötigen einen gewissen Wasseranteil um existieren und wachsen zu können. (Mehr dazu im Blogbeitrag „Haltbarkeit deiner Naturkosmetik“)

99%iges Glycerin hat jedoch – genauso wie Honig – keinen nennenswerten Wasseranteil, wenn es in purer Form aufliegt.

Das bedeutet, dass Mikroorganismen aufgrund des fehlenden Wasseranteils nicht wachsen und gedeihen können – Honig und Glycerin haben also sogenannte selbstkonservierende Eigenschaften.

Warum ich dir das erzähle?

Weil es für die Herstellung unseres Glycerits wichtig ist, denn sobald wir Pflanzenmaterial dazugeben, kommt auch immer ein gewisser Wasseranteil hinzu. Dies müssen wir einfach wissen, um ein Glycerit herstellen zu können, welches auch haltbar ist.

Ist dein Wasseranteil im Glycerit zu hoch, ist die selbstkonservierende Eigenschaft nicht mehr gegeben und du müsstest es konservieren.

Wie hoch genau der Anteil an Glycerin bleiben muss, da scheiden sich die Geister, allgemein wird aber angenommen, dass ein 70-75%iger Anteil an Glycerin ausreicht, um die selbstkonservierenden Eigenschaften übernehmen zu können.

Ich persönlich habe mich deshalb dazu entschlossen, dass ich immer mit einem Anteil von 80% Glycerin zu arbeiten, um auf Nummer sicher zu gehen!

Rote Rüben Glycerit
So toll sieht das Glycerit mit Roter Rübe nach der Ziehzeit aus!

Art des Pflanzenmaterials

Je nachdem welches Pflanzenmaterial du verwendest, kann es außerdem nötig sein, dass du einen kleinen Anteil an Wasser zugibst. Dies hilft dem Glycerin dabei, die wasserlöslichen Wirkstoffe besser und schneller auszuziehen.

Hier habe ich dir eine kleine Übersicht erstellt:

Ansatzverhältnisse deiner Glycerite


Auszug mit frischem, wasserreichen Pflanzenmaterial/Lebensmittel

  • 80 g Glycerin 99%, pflanzlich, bio
  • 10-20 g Pflanzenmaterial/Lebensmittel

Auszug mit frischem Pflanzenmaterial/Lebensmittel

  • 80 g Glycerin 99%, pflanzlich, bio
  • 8-17 g Pflanzenmaterial/Lebensmittel
  • 3 g destilliertes Wasser

Auszug mit getrocknetem Pflanzenmaterial/Lebensmittel

  • 80 g Glycerin 99%, pflanzlich, bio
  • 7-13 g Pflanzenmaterial/Lebensmittel
  • 7 g destilliertes Wasser

Wichtig: Das Verhältnis von Pflanzenmaterial zu Glycerin variiert ein wenig, weshalb ich dir „von bis“ Angaben gemacht habe.

Achte darauf, dass dein Pflanzenmaterial zu jederzeit gut mit Glycerin bedeckt ist und fange daher gerne mit weniger an und gib dann noch Pflanzenmaterial dazu.

Gurken-Glycerit
Die Gurken habe ich frisch angesetzt – sofort beginnt das Glycerin den Wasseranteil und die Wirkstoffe zu ziehen.

Glycerit ansetzen

Bitte achte wie immer auf sauberes & hygienisches Arbeiten.

Das brauchst du für dein Glycerit:

Hilfreiche Utensilien:

  • Brett & Messer zum zerkleinern des Pflanzenmaterials
  • Glas mit breiter Öffnung & Deckel
  • Sieb
  • Sauberes Fläschchen zum Abfüllen
  • Etiketten zur Beschriftung

Und so geht’s:

  1. Falls du mit destilliertem Wasser arbeitest, so gib das abgewogene Wasser über die abgewogene Menge Pflanzenmaterial/Lebensmittel und lasse es für ein paar Minuten ziehen.
  2. Übergieße das kleingeschnittene Pflanzenmaterial/Lebensmittel mit dem Glycerin, falls die Menge des oben angeführten Glycerins nicht ausreicht, einfach so lange erhöhen, bis das Pflanzenmaterial gut bedeckt ist.
  3. Verschließe den Deckel und stelle die Mischung an einen lichtgeschützten Ort mit Zimmertemperatur. Es muss nicht komplett dunkel sein, direktes Licht sollte aber vermieden werden.
  4. Die Mischung lässt du nun 1-2 Wochen ziehen (siehe Übersicht unten) und filterst es dann ab.

Auszugszeit

Je nachdem, welches Pflanzenmaterial/Lebensmittel du verwendest sind die Auszugszeiten leicht unterschiedlich.

Getrocknete Kräuter oder Lebensmittel benötigen ca. 7-14 Tage, frische Lebensmittel 5-7 Tage und frische Kräuter 6-10 Tage.

Glycerit abfiltern

Ist dein Glycerit lange genug gezogen, wird es Zeit zum Abfiltern!

Dazu verwendest du am besten ein ganz feines Sieb, zum Beispiel einen Edelstahl-Kaffeefilter oder einen Papier-Teefilter.

Da das Glycerit durchaus dickflüssig ist, kann es zwischen einige Zeit dauern, bis dein Glycerit vollständig gefiltert ist. Du kannst es gegebenenfalls leicht anwärmen, um diesen Prozess zu beschleunigen.

Hast du sehr grobes Pflanzenmaterial wie ich Gurken- oder Rübenstücke, dann reicht ein feinmaschiges Sieb.

Zum Schluss füllst du es nur noch in eine saubere Flasche ab.

Gylcerite sind Pflanzenauszüge in Glycerin
In Glyceriten kannst du getrocknete, frische und sogar wasser- oder schleimstoffreiches Pflanzenmaterial ausziehen.

Glycerit: Aufbewahrung und Haltbarkeit

Wenn du dein Glycerit abgefiltert und in eine saubere Flasche gefüllt hast, dann musst du es noch beschriften (verwendetes Pflanzenmaterial, Auszugsdatum).

Dein Glycerit solltest du dunkel und kühl lagern, es hält mindestens 6 Monate bei sehr wasserreichem Pflanzenmaterial und mindestens 12 Monate bei getrocknetem Pflanzenmaterial.

Verwendung & Einsatzgebiete von Glyceriten

Glycerite kannst du, wie eingangs erwähnt, überall dort einsetzten, wo in Rezepten Glycerin steht.

In der Gesichtspflege verwende ich maximal 2-3% (einige verwenden bis zu 5%) und in der Körperpflege zum Beispiel bei Duschgel bis zu 10%. Ich persönlich bleibe eher bei kleineren %-Anteilen, da ich das klebrige Gefühl nicht mag, welches entsteht, wenn Glycerin zu hoch dosiert ist.

Wie immer ist das aber Geschmackssache – probiere also ruhig aus, was du gerne magst!

Häufige Fragen zu Glyceriten

Ein Glycerit ist ein Auszug von frischem oder getrocknetem Pflanzenmaterial in Glycerin.

Glycerin ist ein Feuchthaltemittel. Wenn wir Wirkstoffe in Glycerin lösen, also ein Glycerit herstellen, dann bringen wir die feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften des Glycerins in Kombination mit den Wirkstoffen aus der Pflanze, in unsere Kosmetik ein.

Die Herstellung ist denkbar einfach: Zerkleinere Pflanzenmaterial und übergieße es mit Glycerin und ggf. etwas abgekochtem Wasser. Diese Mischung lässt du einige Zeit verschlossen stehen und schwenkst es täglich. Danach filterst du das Glycerit ab und füllst sie in eine sterile Flasche ab. Beschriften nicht vergessen.

Glycerin eignet sich hervorragend für Pflanzenauszüge. Es löst wasser- und auch einige öllösliche Wirkstoffe und bietet damit einzigartige Möglichkeiten.

Für dein Glycerit solltest du 99%iges Glycerin, pflanzlich, bio verwenden.

Fertige Glycerite
Glycerite sind eine unglaubliche Bereicherung für deine Hautpflege!

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Und du?

Hast du schon Glyerite hergestellt? Wenn nicht, hilft dir dieser Artikel?

Hinterlass mir doch gerne einen Kommentar, ich freue mich!

Alles Liebe,
Julia

Bitte beachte, dass ich meine Beiträge regelmäßig an meinen Wissensstand und an den aktuellen Stand der Wissenschaft anpasse. [Originalbeitrag 20.07.2019 | Letzte Überarbeitung 22.01.2024]

Bitte beachte: Die von mir zur Verfügung gestellten Informationen werden mit aller Sorgfalt zusammen getragen. Die Rezepte sind ausschließlich auf gesunder, intakter Haut anzuwenden und die Anwendung der Rezepte erfolgt auf eigene Verantwortung und Gefahr. Die vorgestellten Inhalte in Bezug auf Hautpflege, Hausmittel, ätherische Öle oder Heilkräuter ersetzen keinen Besuch beim Arzt! Bei  Schwangeren und Kindern sowie bei Vorerkrankungen vorab eine Anwendung oder Einnahme mit dem Arzt abklären.

In keinem Fall haftete ich oder mit mir verbundene Gesellschaften oder deren Inhaber/Angestellte für Personen-, Sach- und Vermögensschäden oder Verluste irgendwelcher Art. Eingeschlossen sind direkte, indirekte oder Folgeschäden.

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52 Kommentare

    1. Hallo Beate,

      genau daran hab ich auch gedacht, als ich mein Rote Beete Glycerit angesetzt habe!

      Entweder in der Lippenpflege oder einen leichten Rosa-Ton in der Creme… Ich hab schon vieeele Ideen damit!

      Alles Liebe,
      Jules

    1. Hallo Fanny,

      bei der Herstellung eines Hydrolats benötigst du gar kein Glycerin. Dies ist ein ganz eigener Vorgang. 🙂

      Möchtest du ein Rosmarin-Glycerit herstellen, so hältst du dich an die Mengen für frisches Pflanzenmaterial.

      Alles Liebe,
      Julia

  1. Hallo Julia, würde gerne ein Grapefruitkernextrakt herstellen, das muss wie ich gelesen habe mit Glycerin verdünnt werden deshalb meine Frage wie würde das genau funktionieren?
    Habe viele Kapseln übrig und hab mir gedacht sie zu einem extrakt umzuwandeln und für meine Handcreme zu verwenden. Ich hoffe du kannst mir weiterhelfen.

    Danke und Liebe Grüße

    Alexandra

    1. Hallo liebe Alexandra,

      was für Kapseln sind das denn? Sind das so mit Grapefruitkernextrakt-Pulver gefüllte Kapseln?

      Dann würde ich vorgehen wie bei den „getrockenten“ Kräutern, denn Pulver kannst du auf jeden Fall auch ausziehen. Die Mengen passt du einfach an die Pulvermenge an.

      Melde dich gerne, wenn du noch Fragen hast dazu! <3

      Alles Liebe,
      Julia

  2. Hallo Julia
    ich habe erstmals Buchenblätterglycerit versucht. Es wurde bernsteingolden und etwas trüb. Soll ich es nochmals filtern? Und wozu kann ich das Buchenglycerit gebrauchen, was hat es für Eigenschaftren und Wirkungen?

    1. Hallo liebe Rahel,

      danke für deine Nachricht! Farbveränderungen sind ganz normal, das bedeutet, dass das Ausziehen der Wirkstoffe geklappt hat.

      Ich empfehle IMMER vorher zu überlegen und zu recherchieren, wofür man etwas einsetzen möchte, BEVOR man es tatsächlich ansetzt. 😉

      Buchenblätter sind lt. Literatur entzündungshemmend und kühlend. Innerlich eingenommen sind sie auch leber- und gallenstärkend.

      Von der baumheilkundlichen Anwendung her wirkt sie erfrischend und anregend.

      Und in der Kosmetik verwendet wirken sie zusammenziehend bei großporiger und leicht entzündeter Haut.

      Ich hoffe, ich konnte dir damit weiterhelfen und du findest dich bei den Anwendungsmöglichkeiten wieder. 🙂

      Alles Liebe,
      Julia

  3. Liebe Julia,
    leider habe ich aktuell nicht die Zeit für einen ganzen Kurs.
    Ich freue mich aber immer sehr über einzelne Rezepte und Anregungen über deinen Newsletter, so auch über die Infos zum Glycerat. Davon hatte ich noch nie etwas gehört und werde es unbedingt mal ausprobieren. Ganz lieben Dank dafür!
    Das Sommer-Deo hat übrigens genau den Sommer über gehalten. Nun ist es verbraucht und der Herbst ist da! 🙂
    Ganz liebe Grüße und danke für’s Teilen deines Wissens!
    Uta

  4. Liebe Julia!!

    Ich bin begeisterte Leserin deiner Newsletter. Der Betrag bzgl der Glycerite ist ganz toll.
    Leider habe ich mehrmals versucht dein E-Book zu erhalten – leider ohne Erfolg!!

    Kannst du mir helfen??

    Danke für deine tolle Seite!!

    lg
    Andrea

    1. Hallo liebe Andrea,

      vielen lieben Dank für deine liebe Nachricht!

      Da gibt es bei mir im System gerade einen Fehler, denn der Ablauf ist korrekt eingestellt. Ich habe es eben auch getestet und bekomme das PDF selbst nicht zugeschickt, voll ärgerlich.

      Ich schick dir das PDF auf jeden Fall einfach mal via Mail durch!

      Alles Liebe,
      Julia

  5. Liebe Julia,

    danke für deinen Blogbeitrag über Glycerite. Mich wundert, dass dieses Thema nicht mehr Aufmerksamkeit erfährt. Glycerin hat nicht die austrocknende Wirkung von Alkohol und kann so einfach in Cremerezepturen eingebunden werden. Da ich unter sehr trockener Haut leide möchte ich ein Süßholzwurzel-Glycerit herstellen. Hast du schon Erfahrung mit Wurzelauszügen? Kann ich mich dafür an dem Grundrezept für getrocknetes Pflanzenmaterial halten?

    Vielen lieben Dank für die vielen tollen Infos.

    Liebe Grüße von Nina

    1. Hallo liebe Nina,

      jaaaaaa, das frage ich mich auch immer! Glycerite sind der absolute Hammer und ich möchte sie nicht mehr missen!

      Wurzeln hab ich noch nicht ausgezogen, ich würde hier aber auf jeden Fall das Glycerit zusätzlich erwärmen, da Wurzeln ja schwer zu „knacken“ sind und Glycerin temperaturbeständig ist.
      Wenn die Wurzel getrocknet ist, halte ich an das Grundrezept für getrocknete Kräuter, allerdings würde ich wie gesagt einen Art „Warmauszug“ machen und die Auszugszeit verlängern.

      Schick dir liebe Grüße,
      Julia

  6. Hallo Nina,
    wo bekommt man denn in grösseren Mengen Bio-Leinsamen Glycerin günstig zu kaufen oder kennst Du einen Hersteller?

    Danke und viele Grüsse nach D

    Silvio

    1. Hallo Silvio,

      ich kaufe mein pflanzliches Bio-Glycerin auf Sonnenblumenbasis, von daher kann ich dir nicht sagen, wo du es aus Leinsamen bekommst. Weshalb ist dir die Quelle aus Leinsamen so wichtig?

      Alles Liebe,
      Julia

    2. Ich habe gerade bei Kasimir und Liselotte im onlineschop nachgesehen und man kann das Bio-Leinsamen Glycerin bei ihnen bestellen.
      Liebe Grüße
      Andrea

  7. Liebe Julia!
    Ich habe schon einige Glycerite ausprobiert – under Anderem das mit der Zitronenverbene und deine wunderbare Handcreme damit gerührt! Die liebe ich und meine Tochter sehr!!! Danke immer wieder für deine Rezepte!
    Eine Frage zum Glycerit: wenn ich getrockneten nehme, gehe ich vor wie bei den „getrockneten Pflanzen“ beschrieben – kann ich statt dem destilliertem Wasser auch Lavendelhydrolat nehmen? Ich destilliere nämlich selber.. und macht es auch Sinn Lavendel für Glycerit zu nehmen?
    Danke, liebe Grüße, Helga

    1. Liebe Helga,

      von Herzen gerne! Ich freue mich grad sooooo riesig über deinen Kommentar! <3

      Deine Frage finde ich mega spannend, auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen!

      Nachdem Hydrolat ja auch destilliert ist, spricht nichts dagegen anstatt des destillierten Wassers Hydrolat zu verwenden. So hattest du es angedacht, oder?

      Echt genial die Idee!

      Alles Liebe,
      Julia

  8. Hallo,
    habe Malve ,Thymian, Pfefferminz, Spitzwegerich und Fenchel mit 99% igem Glycerin augegossen und lasse es jetzt einige
    Wochen ziehen, wobei ich es jeden Tag mehrmals schüttele.
    Die Tiktur mit Alkohol habe ich schon erfolgreich anwenden können.Da ich sie jetzt für eine 3 jährige ohne Alkohol machen möchte, habe ich Glycerin verwendet.
    Meine Frage ist dahingehend , wie ich es dosieren soll?!
    Ich würde mich über eine Antwort freuen 🙂
    Liebe Grüße Ilsa

    1. Liebe Ilsa,

      nachdem ich mich hauptsächlich auf die Anwendung auf der Haut konzentriere, bin ich in dieser Frage keine Expertin.

      Ich verwende es nur tröpfchenweise, da die Überdosierung zu Durchfall, Kopfschmerzen oä führen kann.

      Einen ausführlichen Blogpost, in dem es auch um die innere Einnahme geht, findest du hier: https://naturzumwohlfuehlen.com/2020/05/23/glycerite-pflanzenauszug-mit-glycerin/

      Wichtig: Marlies (die Autorin des Blogposts) schreibt von der Anwendung bei Erwachsenen mit 1 TL – bei Kindern muss das dementsprechend niedriger sein.

      Bei deiner Mischung, hast du frisches Pflanzenmaterial verwendet? Wenn ja, kannst du den Extraktionsprozess durch die Zugabe von Wasser verstärken – siehe Blogpost 🙂

      Alles Liebe,
      Julia

  9. Ich stelle meine Kosmetik schon lange selbst her. Ich bin gelernte Kosmetikerin und habe während meiner Ausbildung und Arbeit (ca. 1967!!!) gelernt, Cremen zu rühren! Damals noch „vorsintflutlich“, in einem alten Email-Weitling, ohne Mixer und keinesfalls aus „biologischen Zutaten“! Vor ein paar Jahren habe ich mich wieder dafür interessiert und an mein Grundwissen erinnert. Nach einigen „Fehlschlägen“ (wegen der Wasser=/ Öllöslichkeit) gelingen mir die Cremen jetzt immer besser! Meine Tochter und Freundinnen sind jedenfalls begeistert! Aber: vom GLYCERIT habe ich jetzt zum erstenmal gelesen und werde es begeistert in meine Rezeptesammlung aufnehmen und für meine Cremen verwenden! VIELEN DANK!!!!

    Silvia aus Innsbruck

    1. Liebe Silvia,

      wow, wie beeindruckend – 1967, da blickst du schon auf viele Praxisjahre zurück! <3

      Damals war alles noch ein bisschen anders, auch das Verständnis für die Zutaten und die Verarbeitungsarten. 😀 Das Grundwissen hilft dir aber auf jeden Fall auch jetzt noch weiter, oder? <3

      Oh ja, Wasser- und Öllöslichkeiten sind oft Hürden, aber wenn man sie einmal gemeistert hat, dann geht es steil aufwärts 😀

      Wie cool, dass ich dir mit den Glyceriten noch was Neues zeigen konnte. Das ist noch gar nicht so verbreitet und ich liebe es einfach, weil es so eine schöne Möglichkeit ist weitere Wirkstoffe aus der Natur in unsere Produkte einzubringen. 🙂

      Ich schick dir ganz liebe Grüße nach Innsbruck,
      Julia

  10. Hallo liebe Julia,
    ganz begeistert lese ich Deine super Beschreibungen und Erklärungen. Bei der
    Summer School bin ich dieses mal auch dabei 😊
    Jetzt bin ich bei dem Glycerit abfiltern bin ich über den Porzellanfilter gestolpert,
    geht auch ein metallischer Dauerteefilter?

    Ganz liebe Grüße
    Johanna

    1. Liebe Johanna,

      vielen lieben Dank für deinen lieben Kommentar und juhuuuuu, dass du bei der Summer School dabei bist, das wird großartig!

      Klar kannst du zum Filtern auch einen metallischen Dauerteefilter verwenden, achte nur darauf, dass er schön fein ist, das sind sie aber normalerweise eh 🙂

      Ganz liebe Grüße,
      Julia

  11. Finde das Thema auch super spannend. Gibt es da Begrenzungen ang des pflanzenmaterials? Also wo die Wirkstoffe sich nicht lösen? Zb Sanddorn, Zitrusschale, Blüten oder Ackerschachtelhalm? Oder geht alles? Möchte mir für pflegecremes eine kleine Extraktmenge herstellen. Lg Erika

    1. Hallo Erika,

      ein Glycerit löst alle wasserlöslichen Inhaltsstoffe plus auch Duft- und Farbstoffe ganz gut.

      Ackerschachtelhalm zB kommt drauf an, was du lösen willst. Weil die Kieselsäure muss ja mehrere Minuten kochen, bis sie sich löst, das wird sich im Glycerit kaum lösen. Die anderen Inhaltsstoffe aber sehr wohl.

      Alles Liebe,
      Julia

  12. Hallo liebe Julia,
    ich habe heute eine Ringelblumecreme mit Olivenöl, Bienenwachs und Mangobutter das erste Mal gerührt.
    74 g Ringelblume auf Olive
    24 g Mangobutter
    8 g Bienenwachs
    10 g Rosenwasser
    1 g Glycerin

    Wollte dich fragen, ob bei dem geringen Einsatz auch das Glycerin wirkt?
    Da ich von kleinen bzw geringen Mengen gelesen habe.
    Von der Konsistenz ist ganz toll geworden.
    Habe sie mit einem kleinen elektrischen Milchaufschäumer verrührt mit Strom.
    Ich freue mich auf eine Antwort von dir.
    LG Blanka

    1. Hallo Blanka,

      bei 117 g Gesamtprodukt bist du mit 1 g Glycerin unter 1%, das ist schon eher wenig.

      Wir können bis 10% raufgehen, da find ichs schon sehr klebrig. Ich persönlich mache immer 3%.

      Alles Liebe,
      Julia

  13. Liebe Julia!

    Ich habe jetzt zum ersten Mal ein Glycerit angesetzt (Gurke). Hättest du da vielleicht einen Tipp wie man das dann in einem einfachen Rezept weiterverarbeiten kann? Kann man das zB auch in Schüttellotionen hineingeben?

    Hab‘ noch so viel Glycerin das Ende August abläuft 🙁 und mir fehlt etwas die Zeit, deswegen interessieren mich grad generell einfache Rezepte mit Glycerin…

    Bewahrst du das eigentlich im Kühlschrank auf?

    Liebe Grüße,
    Tanja

    1. Hallo liebe Tanja,

      Glycerite kannst du überall dort verwenden, wo im Rezept normales Glycerin steht 🙂

      Ich gebe bei fast allen Produkten mit Wasserphase Glycerit hinzu (3%), also Gesichtswasser, Körperspray, Mizellenwasser, Emulsionen,… der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

      Glycerin hat ein sehr langes Haltbarkeitsdatum, kontrolliere, ob es Ende August nicht vielleicht eh noch gut ist 😉

      Nein, ich bewahre es nicht im Kühlschrank auf 🙂

      Ganz liebe Grüße,
      Julia

      1. Liebe Julia, könnte man z.B. einen Glyzeritauszug mit Rohnen auch einfrieren um die Haltbarkeit zu verlängern?
        LG Ingrid
        Nachtrag: Was ist ein Mizellenwasser?

        1. Hallo liebe Ingrid,

          du brauchst ein Glycerit nicht einfrieren, da es sich selbst konserviert, wenn der Glyceringehalt hoch genug bleibt.

          Zu deiner zweiten Frage: Ein Mizellenwasser ist ein Reinigungswasser zB fürs Gesicht.

          Alles Liebe,
          Julia

  14. Hey Jules,
    wäre es möglich das Glycerit in einer Deiner vielen Workshops einzubauen ….
    ich kenne das gar nicht.
    Danke auch für Deine tollen Rezepte,
    lg.beatrix

    1. Hallo liebe Beatrix,

      vielen Dank für deine lieben Worte!

      Du findest das Glycerit sowohl im Anfängerkurs (Naturkosmetik für Anfänger), als auch im großen Kurs (Natürlich Gepflegt) und im Club (Naturkosmetik leicht gemacht Club), dort gehe ich detailliert darauf ein.

      Auch in der Summer School 2022, bei der du ja dabei warst, haben wir ein Glycerit angesetzt. 🙂

      Ganz liebe Grüße,
      Julia

  15. liebe Julia, ich danke ganz herzlich für die tolle Anleitung:
    präzis, kurz und ohne schnickschnack. Genauso wie ich es liebe. Grosses Kompliment!