Tipps aus dem Ayurveda? Ja, klar!! Denn ich finde gerade von den fernöstlichen Kulturen können wir uns viel abschauen und lernen!

Und deshalb habe ich mir für den heutigen 10.ten Teil der Entschleunigungsreihe eine ganz wunderbare Frau eingeladen, die ein echter Profi ist. Denn Susanne ist ausgebildete Ayurveda-Gesundheitsberaterin mit Schwerpunkt auf Ernährung.

Und Susanne gibt uns heute nicht nur eine Übersicht und Hilfestellungen zu den verschiedenen Gunas „Tamas, Rajas und Sattva Guna“, die für unsere Balance zuständig sind, sondern ganz am Schluss gibt’s sogar noch ein tolles Rezept für eine abendliche Gewürzmilch, die einen tiefen Schlaf fördert und die Nerven beruhigt.

Nun aber genug der Vorworte und ab zu Susanne:

Ich bin Susanne Dahl und blogge auf www.susannedahl.com  über östliche Weisheit und westliche Lebenskunst. Das Herzstück meiner Arbeit ist Ayurveda. Ich bin ausgebildete Ayurveda-Gesundheitsberaterin mit dem Schwerpunkt Ernährung. Auf meinem Blog findest du einen Einstieg in Ayurveda und alles rund um die ayurvedische Lebensweise.

Zum eigenen Glück durch die drei ayurvedischen Eigenschaften:

Stell dir ein Spinatblatt vor, wie es an der Pflanze hängt. Es ist vital. Sprießt und wächst. Entwickelt sich harmonisch. Es ist voller lebendiger Energie. Wenn wir frischen Spinat essen, nehmen wir diese vitale Energie zu uns. Mit dieser Energie fördern wir unsere Gesundheit. Wir fördern ebenfalls Sattva, das ist eine der drei Eigenschaften. Sattva bedeutet Klarheit, Harmonie.

Das Modell der drei Eigenschaften, Gunas genannt, ist das Herzstück des Ayurveda. Es ist im Prinzip ganz einfach, weil es nur drei Dimensionen hat. Doch gleichzeitig ist es auch sehr tiefsinnig.

Bekannt aus dem Ayurveda sind ja die drei Typen – Pitta, Kapha, Vata. Dies ist die spezifische Typeneinteilung, die die individuelle Konstitution des Menschen darstellt.

Die drei Eigenschaften dagegen stehen eine Stufe höher. Sie sind allgemeiner und betreffen alles im Kosmos. Ob es die Bewegung der Sterne ist oder unser Verhalten und unsere Emotionen sind. Das Modell der drei Gunas ist eine Einteilung in drei verschiedene Grundenergien.

Diese drei Gunas sind:

Tamas (träge): Träge und bequem, statisch, ruhend, schwer und nicht vom Fleck kommend.

Rajas (exzessiv): Überdreht, über die Stränge schlagend, leidenschaftlich bis hin zu aggressiv, intolerant, voll von Selbstlob und Rechthaberei.

Sattva (harmonisch): Ausgeglichen, klar, in Harmonie, weise, liebevoll und wachsam.

3 Gunas Ayurveda

Stell dir eine Wippe vor. Sie steht still (Tamas). Dann wippen Kinder wie verrückt (Rajas). Und dann kommen zwei Freunde und wippen hin- und her, ganz im Gleichklang und in Harmonie (Sattva).

Was bedeuten diese Gunas?

Diese drei Gunas sind erst einmal wertungsfrei zu sehen. Ohne diese Gunas könnte das Leben an sich nämlich gar nicht existieren. Schwarz und weiß, gut und schlecht und Erwünschtes wie Unerwünschtes entstehen immer erst durch das Zusammenspiel dieser drei Ausprägungen.

Alles im Kosmos kann also diesen drei Gunas zugeordnet werden. Beispielsweise Dunkelheit bzw. die Nacht werden Tamas zugeordnet. Eine Explosion ist Rajas. Ebenso wie Selbstherrlichkeit, Hektik oder ein Wutausbruch. Unterscheidungsvermögen, Liebe und das rechte Handeln werden Sattva zugeordnet.
Auf den Menschen bezogen bedeutet das: Wie verhalten wir uns? Wie leben wir und was essen wir? In welchem Bewusstsein bzw. Geisteszustand befinden wir uns?

Über die Nahrung steuern wir die Energien in uns

Mit der Nahrungsaufnahme fängt alles an. Außer unserer Sauerstoffaufnahme ist das die Energie, die wir zu uns nehmen.

Insofern wird auch die Nahrung in drei Gruppen unterteilt, die den drei Gunas zugeordnet werden kann. Das fördert die jeweilige Energie bzw. das entsprechende Bewusstsein in uns.

Nahrung, die Tamas fördert, also dumpf und energielos macht, ist:

Alte, aufgewärmte oder zerkochte Nahrung, Fleisch, Fisch, Eier, H-Milch, überreifes Obst und Gemüse sowie vergorene Lebensmittel.

Tote Nahrung kann keine Energie liefern.

Nahrung, die Rajas fördert, also im Übermaß antreibt, ist:

Kaffee, Tee, Paprika, reife Auberginen, Knoblauch, Zwiebeln, Tomaten, alle im Übermaß stark erhitzenden Gewürze wie Cayennepfeffer oder weißer Pfeffer, Fleisch, Fisch, alter, salziger Käse und Alkohol.

Sattva wird gefördert durch:

Frische und leichte Lebensmittel, frisch zubereitete Nahrung, sonnengereiftes Obst und Gemüse, im Speziellen: Kuhmilch, Ghee (Butterreinfett), Mandeln, Basmatireis, Honig, Weizen, Basilikum und Safran.

Denke an das Spinatblatt. Es ist voller vitaler Energie. Diese vitale Energie ist das Wertvollste, was wir im Ayurveda zu uns nehmen können. Lebensmittel mit vitaler Energie fördern vitale Prozesse im Körper und regen den Körper an, weitere vitale Energie zu produzieren.

Diese vitale Energie wird auch zum großen Teil aus dem Sonnenlicht gebildet. Deswegen fördern Früchte, die über der Erde gereift sind, noch mehr an Sattva.

Es geht darum den Körper anzuregen, eigene vitale Energie zu produzieren. Aber nur, was man hinein gibt kann auch heraus kommen. Füllst du Diesel in eine Karosse, tuckert der Motor. Bei Super dagegen läuft er rund. Deswegen ist es wichtig, auch Super in der Nahrung zu „tanken“.

Wie wirken sich diese Gunas aus bzw. wie stelle ich fest welches Guna bei mir vorherrschend ist?

Stelle dir solche und ähnliche Fragen:

• Bin ich bei mir?

• Bin ich klar und selbstbestimmt?

• Oder reagiere ich nur und äußere Dinge bestimmen mein Leben?

• Rasen die Gedanken?

• Oder bin ich träge und komme nicht vom Fleck?

Jemand mit Sattva ist hilfsbereit. Er ist weise und besitzt Unterscheidungsvermögen. Tut das Richtige zur rechten Zeit. Er ist selbstlos, ohne sich aufzugeben und verfügt über ein klares Bewusstsein. Die materielle und spirituelle Seite ist ausgewogen. Mit ausreichend Sattva in sich hat man auch Lust, sich richtig zu ernähren. Gesunde Kost statt Fast Food.

Was bedeutet das für das Leben?

Unser Leben fällt umso leichter wenn wir Sattva in uns fördern. Wie oben erwähnt, brauchen wir Rajas und Tamas ebenfalls, aber das Verhältnis dieser drei soll eben in Harmonie sein.

Durch Sattva haben wir das Leben in der Hand. Intuition und Verstand wirken miteinander in Einklang.

Hier geht es in erster Linie um das rechte Maß. Nicht entweder – oder sondern die Ausgeglichenheit ist das Ziel. Das Ziel ist nicht, jetzt nur noch Lebensmittel zu essen, die Sattva fördern und die anderen zu verwerfen. Das Ziel ist, für sich das rechte Verhältnis zu finden.

Ein Rezept aus dem Ayurveda

Zum Abschluss noch ein wunderbares Rezept, um Sattva zu fördern. Eine abendliche Gewürzmilch, die du vor dem Einschlafen zu dir nehmen kannst. Sie fördert einen tiefen Schlaf und beruhigt die Nerven. (Falls du Milch gut vertragen kannst).

200 ml Vollmilch erwärmen, Gewürze dazu geben: je eine Prise Zimt, Ingwerpulver und Gelbwurz. Mit 1 TL Rohrzucker süßen.

Gewürzmilch Ayurveda

Ich hoffe dieser Artikel hat dir gefallen und hilft dir Balance zu finden. Bei einer 9monatigen Asienreise bin ich selbst mit der fernöstlichen Philosophie in Kontakt gekommen und liebe die Energie, die ich täglich aus Ernährung, Bewegung und Meditation schöpfe. Auf meiner Webseite findest du weitere Informationen.


Vielen lieben Dank liebe Susanne für diesen tollen Beitrag zu meiner Entschleunigungsreihe! Ich selbst konnte viel davon mitnehmen und bin jetzt einen Schritt weiter auf meiner persönlichen Entschleunigungsreise.

Die Gewürzmilch musste ich natürlich auch gleich ausprobieren und sie ist wohlschmeckend und hinterlässt ein warmes Gefühl im Bauch. Auch bei meiner Familie ist die Gewürzmilch sehr gut angekommen. Die gibt’s bei uns von nun an des Öfteren!

Susannes Webseite und Blog kann ich jedem wärmstens empfehlen, sie ist mit ganzem Herzen dabei und das merkt man an ihren Inhalten, den Tipps und Ideen die sie gibt und an der großzügigen Art mit der sie ihren Mitmenschen hilft! Schau doch gleich vorbei bei www.susannedahl.com!

Und? Was sagst du zu den Tipps? Hattest du schon einmal mit Ayurveda zu tun? Erkennst du dich selbst wieder in den drei Gunas? Hinterlass mir doch einen Kommentar!!

Alles Liebe,
Jules

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2 thoughts on “Endlich Entschleunigen (10) – Tipps zur Balance aus dem Ayurveda

    1. Hallo Tanja, danke für deinen Kommentar. Jedem helfen andere Dinge, mir ist es wichtig verschiedene Möglichkeiten aufzuzeigen.
      Ich wünsche dir einen schönen Tag! Liebe Grüße, Jules

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