Natürlicher Kleber als DIY-Idee und den Ursprung, das Vorbild und Gefahren von Klebstoffen gibt’s im heutigen Gastbeitrag von Sylvi!

Hallo ihr Lieben,

ich bin Sylvi, 32 Jahre jung und Mama von zwei wundervollen Töchtern (4 und 10 Jahre). Normalerweise blogge ich unter http://momsfavoritesandmore.com über mein Mamaleben und alles, was mich bewegt und interessiert (vornehmlich Erziehungs- und Bildungsthemen sowie die große Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf), aber alle 8 Wochen dürft ihr euch über einen Hintergrundartikel passend zu einer DIY-Idee von Jules freuen.

Jules hat gleich eine schöne DIY-Idee für einen Kleber auf natürlicher Basis, doch vorher möchte ich euch noch ein paar Hintergrundinformationen zu Klebstoffen mitgeben.

Klebstoff

Klebstoffe sind aus unserem Umfeld nicht mehr wegzudenken, denn im Grunde kommen in sehr vielen Lebensbereichen Klebstoffe regemäßig zum Einsatz. Ob das Smartphone oder der Zahnersatz, beides kommt ohne Klebstoffe nicht aus.

Klebstoffe: früher und heute

Das Kleben ist eine der ältesten und wichtigsten Kulturtechniken der Menschheit und vermutlich war es tonhaltige Erde, die als erster „Klebstoff“, den Menschen diente. Später kamen Baumharze oder Holzteer hinzu. Bei einem Steinwerkzeug-Fund, welches mindestens 180 000 Jahre alt sein soll, stießen Wissenschaftler in Süditalien auch auf Birkenpech. Birkenpech kommt nicht in natürlicher Form vor, sondern ist ein Destillat aus der Birkenrinde. Somit kann davon ausgegangen werden, dass auch bereits vor 180 000 Jahren die Menschen sich Klebstoffe aus natürlichen Rohstoffen herstellten. Die Sumerer kannten beispielsweise auch schon die Herstellung von Leim aus ausgekochten Tierhäuten und die Ägypter nahmen Bienenwachs zur Hilfe, wenn es um handwerkliche Klebungen ging.

Doch erst im Zeitalter der Industrialisierung ging auch die Entwicklung der Klebstoffe in eine neue Ära über, da die vorhandenen Klebstoffe den Anforderungen nicht mehr genügten. Mit dem Patent zur Phenolharz-Härtung 1909 kamen mehr und mehr Klebstoffe auf Basis synthetischer hergestellter Rohstoffe zum Einsatz. Die Entwicklung verlief rasant und es würde zu weit führen hier näher drauf einzugehen. Man kann allerdings feststellen, dass, auch wenn Klebstoffe bereits frühmenschliche Kulturen kannten, die Entwicklung im letzten Jahrhundert am rasantesten war.

Die Natur als Vorbild: Der Gecko und seine super Haftkraft

Dabei ist den Wissenschaftlern die Natur immer ein Vorbild. So zum Beispiel auch der Gecko. Seine Kletterkünste sind einzigartig. Viele kleine Härchen an seinen Zehen ermöglichen es ihm Glasscheiben scheinbar mühelos zu erklimmen.

Gecko als Vorbild

2008 ist es amerikanischen Wissenschaftlern gelungen mit Hilfe von mikroskopisch kleinen Kohlstofffasern die Haftkraft von Geckosohlen zu imitieren bzw. sogar um das zehnfache zu überbieten. Besonders interessant ist hierbei jedoch, dass dieser Superklebstoff problemlos von der Oberfläche gelöst und anschließend wiederverwendet werden kann.

Allgemeine Hinweise auf Grund von möglichen Gesundheitsrisiken

Klebstoffe, die aus synthetischen Rohstoffen hergestellt werden, können ein gesundheitsschädliches Potential in sich bergen. Vor allem der Einsatz von Lösungsmitteln ist hier als mögliche Gefahrenquelle zu nennen. Diese können das Nervensystem angreifen oder in hohen Konzentrationen auch Nieren und Leber schädigen. Nun gilt dies natürlich vor allem für Menschen, die regemäßig mit entsprechenden Klebstoffen hantieren aber auch für den Haushaltsgebrauch sollte man einige Vorsichtsmaßnahmen beachten, wenn man mit Klebstoffen dieser Art arbeitet. Leim und Kleister sind dabei weitestgehend unbedenklich, aber bei Kontaktklebern, Reaktionsklebern oder Fliesenklebern u.ä. sollten die Gefahrenhinweise auf jeden Fall beachtet werden und natürlich sollten Kleber dieser Art generell nicht in die Hände von Kindern gelangen. Wenn möglich, sollte beim Arbeiten mit Klebstoffen auch immer für eine ausreichende Durchlüftung gesorgt werden und bei entsprechendem Hinweis mit Schutzbrille und Handschuhen gearbeitet werden.

Auch wenn Klebstoffe synthetischen Ursprungs aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind, freue ich mich immer, wenn ich ein neues Rezept für Klebstoffe auf Basis natürlicher Rohstoffe finde, denn gerade beim Basteln mit Kindern ist mir das einfach immer lieber. Deshalb geht es jetzt auch schon gleich mit Jules weiter, die uns eine entsprechende DIY zeigt.

Natürlicher Kleber als DIY

Gerade wenn man mit Kindern bastelt sucht man einen Klebstoff möglichst ohne Lösemittel.

Dieser natürlicher Kleber kommt mit Zutaten aus, die man wahrscheinlich längst im Haus hat: Speisestärke (Mais- oder Kartoffelstärke), Salz, heller Essig und Wasser.

Aber alles der Reihe nach: Wenn du einen ganz simplen Kleber für Papier machen möchtest, so reicht auch eine Mischung aus Mehl und Wasser.

Da wir aber viel mit Naturmaterialen basteln, habe ich mich nach einer stärkeren Version umgesehen und bin dabei auf diese Mischung mit Speisestärke gestoßen:

Zutaten natürlicher Kleber:

  • 125 g Speisestärke
  • 1 EL hellen Essig
  • 1 TL Salz
  • 500 ml kochendes Wasser

Herstellung natürlicher Kleber:

  1. Alle Zutaten bis auf die Stärke in einem Topf mischen.
  2. Die Stärke durch ein Sieb sieben und zu den restlichen Zutaten geben.
    Achtung: Die Stärke ist zunächst hart, wird durch ständiges Rühren aber weich.
  3. Den Topf nun auf den Herd geben und die Mischung unter ständigem Rühren leicht köcheln lassen bis sich alle Klumpen aufgelöst haben und der natürliche Kleber die gewünschte Konsistenz hat.
  4. Noch heiß in ein sauberes Glas füllen und gleich verschließen.
  5. Den natürlichen Kleber nun mit dem Pinsel auftragen und nach Gebrauch wieder gut verschließen.

Tipp: Sollte der Kleber einmal zu fest werden, kann er durch Wiederholung des Köchelns unter Zugabe von etwas Wasser wieder verflüssigt werden.

Natürlicher Kleber

Hast du Klebstoff schon einmal selbst gemacht? Und legst du wert auf natürliche Produkte oder kaufst sie der Einfachheit halber lieber im Geschäft? Hinterlass mir doch einen Kommentar!

Vielen lieben Dank an Sylvi für die interessanten Hintergrundinfos!

Alles Liebe,
Jules

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7 thoughts on “Basteln mit Kindern: Natürlicher Kleber selbstgemacht!

  1. Liebe Franzy,

    vielen Dank! Ja, ich ja mir auch lange keine Gedanken gemacht, aber als ich dann Mama war, kam mir beim Basteln mal dieser penetrante Geruch in die Nase und da wollt ich es einfach genauer wissen, ! Ich kann nur jedem raten, ob mit Kind oder auch als Erwachsener, immer gut zu lüften und die Gebrauchsanweisungen zu beachten!

    Liebe Grüße

    Sylvi

  2. hallo jules!
    bin auf der suche nach natürlichen klebstoffen auf deine seite gestoßen!
    sorry für das klugscheissen, das jetzt kommt, aber der gecko hat mit „super“klebstoff nichts am hut!
    bei ihm funktioniert das etwas anders. hat mit der anziehungskraft zwischen den molekülen zu tun…
    im übrigen, echt eine super seite!
    LG Gerald

    1. Hallo Gerald, danke für deinen Kommentar! Ich bin immer froh was zu lernen, also danke fürs ‚klugscheissen‘ danke für dein nettes Kompliment! Hab einen schönen Tag!
      Alles Liebe,
      Jules

  3. Vielen Dank für das Rezept. Ich bastle viel mit meinen Enkeln, und es ist mir wichtig, dass sie nicht mit Chemikalien in Kontakt kommen. Ich habe den Kleber ausprobiert, er funktioniert super für unsere Pappmaché-Arbeiten. Allerdings sind 125g Speisestärke zu viel, Die Hälfte davon ist noch mehr als ausreichend auf 500 ml Wasser. (Für Flamieries werden 50g Speisestärke auf 1/2l Wasser gerechnet….)
    Liebe Grüße, Miriam

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